Anders leben: Ausgewandert- 11 Fragen an Laura Omamo von Achtsam Reisen Festival

Anders leben. Auswandern. Nach Kenia. Laura hat diesen Schritt mit ihrer Familie gemacht.

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Welche Gründe es für die Auswanderung gab, mit welchen Jobs die Familie in Kenia Geld verdient, ob der neue Lifestyle sich immer noch gut anfühlt und vieles mehr, erfährst du in diesem interessanten Interview: Anders leben: Ausgewandert- 11 Fragen an Laura Omamo.

1. Wie kam es dazu, dass du anders leben wolltest und nach Kenia ausgewandert bist?

Die Business-Idee meines Mannes ließ sich am besten in seinem Heimatland Kenia umsetzen. Er lehrt Schnelllesen, Kopfrechnen und memory technique an Schüler_Innen, damit sie Lernstoff schneller verinnerlichen und in Prüfungen besser abschneiden.

Ein weiterer triftiger Grund ist, dass wir unsere Kinder Freilernen lassen und zu Hause unterrichten möchten.

2. Welche Zweifel hattest du? Was hat dich zu Beginn zurückgehalten? Haben sich deine Befürchtungen bewahrheitet? 

Am meisten Angst hatte ich davor, dass ich irgendetwas Bürokratisches falsch machen könnte. Dass ich irgendwelche Dokumente brauche, die ich nicht habe, Fristen verpasse, oder die Abmeldung, Steuer, Versicherung, Bank oder sonst was Probleme bereiten könnte. Nichts davon ist eingetreten!

Hier in Kenia gibt es die Schulpflicht, die aber nicht nachverfolgt wird, wie in Deutschland, weil das bürokratische System nicht so undurchlässig ist. Es müsste uns schon jemand anzeigen, und selbst dann können wir nachweisen, dass wir Homeschooling machen, und das ist in Kenia erlaubt.

Schließlich haben wir als Ausländer_Innen einfach einen besonderen Status.

Man lässt uns hier tatsächlich eher mal was durchgehen. Es herrscht leider oft die postkoloniale Ansicht, dass weiße Menschen es sowieso immer besser machen. Unser Lebensstil gilt also als erstrebenswert, und in diesem konkreten Fall nutze ich das aus.

3. Wie haben deine Familie, Partner und Freunde auf diese Entscheidung reagiert?

Sie schon lange, dass die Auswanderung nach Kenia unser großer Wunsch ist. Deswegen war es keine Überraschung für sie, als die Pläne dann konkret wurden. Es hat niemand wirklich gewundert, weil ich noch nie besonders sesshaft war.

Meine Familie hat mich zweimal in Kenia besucht, also kennen sie auch ungefähr mein jetziges Lebensumfeld. Ich fühle mich wirklich unterstützt von meiner Familie und meinen Freund_Innen. In den letzten Wochen vor der Abreise wurden wir teilweise natürlich doch sentimental. Einige Freundschaften haben sich durch unsere Auswanderung sogar noch vertieft.

4. Womit verdienst du in Kenia deinen Lebensunterhalt?

Ich helfe erfahrenen Reisemenschen, sich entspannt und achtsam auf ihre nächste Reise vorzubereiten.

Mit meinen Kursen, Workshops und Einzelberatung leite ich Backpacker_Innen und Individualreisende, aber auch Familien und Auswandern_Innen an, sich mit ihren Erwartungen und Privilegien auseinanderzusetzen. So wird das Reisen respekt- und verantwortungsvoll, diskriminierungsarm, die Begegnungen auf Reisen gleichberechtigt und magisch!

Weitere Infos rund um mein Achtsam Reisen Festival findest du auf meiner Internetseite und meinem Instagram-Profil.

5. Was ist deine größte Herausforderung in deinem Alltag?

Im Moment ist meine größte Herausforderung, bei all der Zeit, die ich mit den Kindern und dem Haushalt verbringe, auch noch Zeit für mein Business und meine eigenen Hobbys zu finden.

Ich singe leidenschaftlich im Chor, Musik ist die Medizin für meine Seele, liebe lange Spaziergänge, beschäftige mich gerne im Garten, lese und schreibe gerne Romane, Geschichten und Gedichte für persönliche Anlässe, und beschäftige mich gerne mit meiner persönlichen Weiterentwicklung und Selbstentfaltung.

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6. Was ist dein bisher schönstes und dein schlimmstes Erlebnis in Bezug auf dein neues Leben im Ausland?

Das schlimmste Erlebnis war, als die ganze Familie mehrere Wochen lang krank war. Zuletzt hatte ein Magen-Darm-Infekt. Mein jüngstes Kind und mich hatte es voll erwischt. Ich war bereits ausgelaugt von den Wochen zuvor, in denen ich mich um die beiden größeren kranken Kinder und meinen Mann gekümmert hatte.
Als mein Jüngstes dann zum wiederholten Mal seine Medizin erbrach, brach ich schluchzend zusammen. Meine Kapazitäten waren aufgebraucht und ich machte mir unendliche Sorgen. Schließlich bekamen mein Kind und ich vom Arzt einen Zugang gelegt. Das intravenös verabreichte Antibiotika hat uns dann geholfen, wieder auf die Beine zu kommen. Das waren sehr erschöpfende Wochen, aber letztendlich hätte mir das natürlich auch in Deutschland passieren können.

Die medizinische Versorgung ist hier ein wenig differenzierter. In meinem Wohnort gibt es eine kleine private Klinik mit Labor, wo ich mich in Notfällen gut aufgehoben fühle. Genaue Diagnosen sind aber Mangelware.

In Kenia ist sowas eben auf eine Infektion zurückzuführen. Welche das nun konkret ist, spielt keine große Rolle. Es wird ein Standard-Antibiotikum verabreicht, fertig.

Das schönste Erlebnis war das Familienpicknick am Vulkankrater. Eines kühlen Montagmorgens bin ich 1,5 Stunden von unserer Wohnungstür bis zum Rand des schlafenden Vulkans gewandert, an dessen Fuß wir wohnen. Mein Mann kam mit den Kindern im Taxi nach und oben haben wir dann Zimtschnecken und Milchtee gefrühstückt und die Aussicht genossen.

Danach sind wir durch wirklich abenteuerliche Höhlen und Gänge geklettert und konnten Plattentektonik und andere geografische Phänomene mit eigenen Augen betrachten, sogar anfassen und erleben.

Ich fand dieses kleine Erlebnis so bezeichnend für meine Freiheit. An einem Tag, den so viele fürchten, weil sie zum verhassten Job, oder in die ungeliebte Schule müssen, haben wir das Privileg, in der Natur zu sein und unseren Alltag gemeinsam wie ein kleines Abenteuer zu gestalten.

7. Würdest du mit deinem jetzigen Wissen etwas anders machen? Welche Fehler würdest du vermeiden?

Ich würde vielleicht noch mehr Geld auf die Seite legen und noch mehr an meinen Einkommensquellen arbeiten, um nicht mehr so nah ans Existenzminimum zu kommen.

Ich würde gleich von Anfang an eine Kinderbetreuung engagieren und mich schneller darum kümmern, Anschluss zu anderen Menschen zu finden.

Ich empfehle aber ganz klar: Setz dir ein nahes Datum und zieh’s durch!

8. Nenne 3 Dinge / Gegenstände, die du nicht missen möchtest?

Laptop*
E-Book-Reader*
Steckerleiste mit Überspannungsschutz*

9. Hast du ein Lebensmotto oder/und ein Lieblingszitat und was ist deine „Superkraft“?

Der Sinn meines Lebens ist, mit meiner authentischen Geschichte zu inspirieren.

Und: Ich hab IMMER Glück.

10. Hast du einen Lieblingsort, an den du immer gerne zurückkehrst?

Der Königssee in Bayern hat eine spirituelle Bedeutung für mich. Kurz bevor ich ausgewandert bin, bin ich dort zum zweiten (oder dritten?) Mal in meinem Leben hingefahren und habe mich immer sehr wohl und geborgen gefühlt.

11. Ist dein Leben in Kenia so erfüllend, wie du es dir vorgestellt hast?

Es ist schwieriger und einsamer als ich es mir vorgestellt habe. Und es übertrifft alles an Freiheit und Eigenverantwortung, was ich erwartet hatte.

Bonus: Was möchtest du den Lesern noch als Tipp mit auf den Weg geben?

Setz dich mit deiner Motivation und deinen Erwartungen und Vorurteilen auseinander.

Du wirst alle deine Päckchen und Probleme mitnehmen, egal wohin du auswanderst.

Mach dir deine Privilegien bewusst und komme mit den Menschen vor Ort in Kontakt, um deiner Verantwortung gerecht zu werden.

Verlass deine Blase und erweitere deinen Horizont.

Laura, ich danke dir ganz herzlich für dieses aufschlussreiche Interview und wünsche dir und deiner Familie nur das Beste für eure Zukunft.

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