Wertvolle Tipps zum Jakobsweg

Folgende Tipps erleichtern Dir deine Zeit auf dem Jakobsweg. Außerdem findest Du vier nützliche Informationen für Deinen Aufenthalt in Santiago de Compostela zu den Themen: Anlaufstelle für Pilger in Santiago, Unterkunft, Essen, Führung über die Dächer der Kathedrale.

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Muschel

Befestige die Jakobsmuschel gut sichtbar an Deinem Rucksack. Sie öffnet Dir so manche Türe.

Pilgerpass

Am besten beantragst Du Deinen Pilgerpass zu Hause. Ich habe meinen online bei der Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft Aachen, www.deutsche-jakobus-gesellschaft.de, gegen eine Spende von 5,00 € beantragt.

Pilgerpass vergessen? Auf der Via- de-la-Plata am Start? Nicht so schlimm! Einen Pilgerpass bekommst Du rund um die Uhr an der Rezeption des Hotel Simon, Calle Garcia de Vinuesa 19 in Sevilla. Das liegt in der Nähe der Kathedrale, quasi am Anfang des Weges.

Landessprache

Es wird gerade zu Beginn der Via-de-la-Plata kaum englisch und deutsch gesprochen. Das ist absolut kein Problem, wenn Du Dich darauf einstellst. Sei freundlich und lächele. Vielleicht lernst Du ein paar Worte spanisch, lädst Dir eine Spanisch App auf Dein Smartphone oder nimmst Dir das Langenscheidt -Wörterbuch ohne Wort mit. Das besteht ausschließlich aus Bildern und sorgt für gute Stimmung. Ein Lacher macht so Einiges möglich.

Kleidung

Das weiße T-Shirts und Unterhosen ungünstig sind war mir klar…das weiße BH-s nach 8 Wochen Handwäsche grau und oll aussehen, hatte ich nicht auf dem Schirm. Daher meine Empfehlung an die Damen: keine weißen BH’s einpacken!

Kernseife zum Klamotten waschen lag meistens aus. Ansonsten habe ich Duschgel genommen. Viele Herbergen bieten auch die Nutzung von Waschmaschinen an.

Ein zusätzliches Paar Schuhe habe ich nicht vermisst. Meine Flip Flops haben mir gereicht. Am Abend wurden von den vielen Pilgern auch gerne Crocs getragen, sicherlich auch eine gute Option.

Die Sonne scheint bei Tag und Nacht

Sonnenschutz…ganz wichtig! Auch wenn sie nicht stylisch war. Ich habe meine Mütze, die über Ohren und Nacken reicht, lieben gelernt und – natürlich, nicht das Eincremen vergessen.

Wanderstöcke

Wanderstöcke besitze ich nicht. Ich habe auf den Zauber des Weges vertraut, darauf, dass ich einen Stock finde, wenn ich einen brauche. Eine Situation hat es gegeben, wo ich einen Stock vermisst habe…und…dort wartete ein stabiler Birkenstock am Wegesrand auf mich.

Füße & Wehwehchen

Blasen sind immer eines der Top-Themen auf Wanderschaft. Ich habe gut eingelaufene Schuhe dabei gehabt. Grundsätzlich kann ich empfehlen, unter die Wandersocken Nylonsocken zu ziehen. Das wirkt Wunder und minimiert die Reibung. Außerdem ist es sehr hilfreich, bereits 3 Wochen vor Beginn der Wanderung die Füße mit Hirschtag einzucremen. Während der Wanderung habe ich abends zur täglichen Salbung stattdessen meine Traumeelsalbe benutzt und bin mit dieser Kombination sehr gut gefahren.

Denke auch daran, Deine Fußnägel zu schneiden. Sonst wird der Schuh, eventuell beim Abstieg, zu kurz und das gibt gerne mal schmerzhafte „blaue Nägel“.

Wo wir einmal bei Krankheiten und Co sind…Arnica-Globulis helfen bei Muskelkater, Schwellungen und Prellungen, Apis Globulins nehmen den Juckreiz bei Insektenstichen. Ja, ich weiß, liebe Spötter und Schulmediziner, muss man dran glauben. Ich kann nur sagen, mir hat es sehr geholfen.

Wasser und Flaschen

Trinke auf jeden Fall ausreichend! Es wäre ärgerlich und unnötig, wenn Du wegen massiven Krämpfen aufgrund Dehydrierung Deinen Weg abbrechen müsstest. Hier empfehle ich Nalgene Flaschen. Die sind bpa – frei, enthalten also keine Weichmacher. Außerdem können neben Wasser auch kohlensäurehaltige oder warme Getränke eingefüllt werden. Die Flaschen eignen sich daher auch prima als Wärmflasche für den Schlafsack oder als Schuhtrockner – mit heißem Wasser gefüllt in die Schuhe gestellt trocknen nasse Wanderschuhe schneller.

Herbergen

Sollte eine Herberge tatsächlich ausgebucht sein haben die Hospitaleros bei der Suche nach eine andere Unterkunft geholfen und den Transport dahin organisiert. Lass Dich daher nicht von Frühaufstehern oder von Dir selbst hetzen. Genieße Deine Zeit auf dem Jakobsweg. Es findet sich immer ein Bett für Dich.
Wenn Dein Wanderführer Herbergen als „Kultherbergen“ beschreibt heißt dass nicht unbedingt, dass sie sauber und Bettwanzen frei sind. Ich habe in ein einer „Must see -must stay“ Herberge kein Auge zugemacht…kalt, muffig, dreckig, wenig Duschen und WC’s. Schön war lediglich die Messe in der Dorfkirche, inklusive Pilgersegen, am Abend.

Die Küchen der Herbergen sind ausreichend ausgestattet. Es ist nicht notwendig, einen Kocher und Geschirr mitzunehmen. Gewürze und Öl sind oft vorhanden und dürfen benutzt werden.

Trillerpfeife und Pfefferspray

Eine Trillerpfeife habe ich immer an meinem Rucksack. Sie wiegt so gut wie nichts und ich kann in Notsituationen hervorragend damit auf mich aufmerksam machen.

Mein Pfefferspray habe ich nicht einsetzen müssen. Wenn ich morgens früh alleine durch die Dunkelheit gewandert bin oder tagsüber durch einsam Gegenden hat es mir schon eine gewisse Sicherheit gegeben…man weiß ja nie.

Catering, Apotheken, Geld

Thema Einkaufen: Sorge für das Wochenende vor! Kaufe Lebensmittel bis spätestens Samstagmittag ein. Danach sind nämlich in den Dörfern und kleinerer Städten die Geschäfte geschlossen. Folglich ist shoppen nur noch in den Bars / Restaurants möglich, oder wieder ab Montag.

Apotheken sind auf dem Weg fast täglich zu finden. Du brauchst also wirklich nur das Nötigste und Deine vorordneten Medikamente in Deine Reiseapotheke zu packen.

Geldautomaten sind oft auf dem Weg zu finden. Sollte es mal längere Zeit keinen Automaten geben wird darauf auch extra im Wanderführer hingewiesen.

 

4 Tipps für Santiago de Compostela

Pilgrim House:

In Santiago de Compostela kann ich das von Amerikanern ins Leben gerufene PILGRIM HOUSE empfehlen. Es liegt in der Rua Nova 19, also sehr zentral. Hier kannst Du gegen eine Spende Deine Wäsche waschen und trocknen lassen. Das dauert etwa 3 Stunden, die empfohlene Spende beträgt 5,00 €. Es kommt noch besser, Du musst nicht mal darauf warten! Du bekommst einen Abholzettel und gut ist.

Wenn Du möchtest kannst Du in einer kleinen Bibliothek relaxen, in der Gemeinschaftsküche kochen, mit dem kostenlose Wifi surfen, gegen eine kleine Spende den Drucker benutzen – Stichwort: Bordkarte oder Flugticket, und Dich mit anderen Pilgern austauschen.

Mir hat es hier sehr gut gefallen.

Unterkunft:

Meine erste Wahl ist das San Martín Pinario, Plaza de la Immaculada, 3. Gegen Vorlage Deines Pilgerausweises gibt es ein einfaches, sauberes Pilgerzimmer inkl. Frühstück für 25,00 €. Keine Schließzeiten, kostenloses Wifi und eine zentraler Lage geht es kaum.

Bei meinem zweiten Besuch in Santiago war das Pinario leider voll. Da habe ich bei den Nonnen gegenüber des Pilgrim House genächtigt, in der Residencia Universitaria Christo Rey, Casa de huespedes, Rua Nova 18, 15705 Santiago de Compostela. Ich habe ein kleines, sauberes Zimmer mit eigenem Bad inkl. Frühstück für etwa 27,00 € bekommen. Es gibt Schließzeiten…um 22.30 h ist unter der Woche und um 23.30 h am Wochenende Feierabend. Die Lage, der Preis und die Sauberkeit sind gut. Zum Frühstück kann ich nichts sagen, da ich sehr früh zum Flughafen aufbrechen musste.

Führung über die Dächer der Kathedrale:

Die meisten Führungen sind in spanischer Sprache, um 16.00 h fand eine Begehung in Englisch statt. Die Tickets gibt es für 10,00 €. Nach 105 steilen Stufen betrittst Du das Dach der Kathedrale. Die einstündige Führung hat Spaß gemacht. Kurzweilig und mit Freude wurde mir die Stadt aus einer anderen Blickwinkel präsentiert. Wie war das früher hier zu leben? Welche Stellung hatte die Kathedrale? Wozu wurde sie genutzt? Außerdem wurde auch die Nutzung der umliegenden Gebäude erklärt. Die Stadt mal aus dieser Perspektive zu sehen fand ich sehr schön. Außerdem sagte Aymeric Picard im Codex Calixtinus: wer melancholisch ankommt und in die Höhe steigt wird fröhlich. Das kann ich mir doch nicht durch die Lappen gehen lassen.

Essen:

Kein Geheimtipp, aber mein Favorit: das Casa Manolo, Plaza de Cervantes, Öffnungszeiten 13.00 h – 16.00 h und 19:30 h – 23.30 h
Kein Nepp: Gutes Essen, nette Atmosphäre, faire Preise und zentral gelegen.

Zu guter Letzt und doch so wichtig

Habe ein offenes Herz! Sei freundlich, hilfsbereit, sorge Dich nicht und vertraue auf den Weg!

In diesem Sinne: Ultreia und buen Camino!

Welche Tipps kannst Du geben? Kennst Du schöne Unterkünfte? Oder hattest Du auf dem Weg eine gute Massage? Verrate es mir – nutze die Kommentarfunktion!

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