Nach drei Nächten in Augusta geht meine Roadtrip endlich weiter. Bei schönstem Wetter verlasse ich Augusta und fahre nach Pemberton.
In der örtlichen Touristeninformation hole ich mir einige Tipps für die Umgebung und mache mich auf den Weg zum Gloucester Tree.
Der Karribaum steht im Gloucester Nationalpark und wurde früher zur Brandausschau genutzt.
Um die fälligen 12 AUS $ Eintritt für den Nationalpark zu sparen, parke ich etwa 1 km außerhalb, gegenüber der Schule, und folge dem schönen Munda Biddi Trail, der mich direkt zum Gloucester Tree führt.
Der Baum selber ist gigantisch.
In 53 m Höhe gibt es eine Aussichtsplattform.
Hoch kommst Du über Metallstäbe, die wendeltreppenartig in den Baum geschlagen wurden.
Da ich weder schwindelfrei, noch ein begnadeter Kletterer bin, verzichte ich auf den Ausblick aus luftiger Höhe über die Karriwälder.
Ich hätte auch mit Sicherungsmöglichkeit und der Gewissheit, dass mir von oben keiner entgegenkommt, dankend abgelehnt.
Da fahre ich lieber zum Big Brook Dam und vertrete mir dort auf einem gemütlichen 4 km Rundgang die Beinchen.
Der Wanderweg ist durchgehend asphaltiert und somit auch für Rollstuhlfahrer geeignet.
Mein Roadtrip führt mich weiter in der Nähe von Northcliffe.
Nach etwa 16 km staubigster Schotterpiste kam endlich ein weiteres Hinweisschild zum Boorara Tree und den Lane Pool Falls. Ich dachte schon, ich hätte mich verfahren.
Der Boorara Tree ist ein Baum, der, ähnlich wie der Gloucester Tree, beklettert werden kann, die Lane Pool Falls sollen schöne Wasserfälle in herrlicher Natur sein.
Leider hat der letzte Waldbrand in der Gegend im Januar 2015 den Boorara Tree nicht verschont.
Die ersten Trittmöglichkeiten, bei diesem Baum aus Holz statt aus Stahl gefertigt, sind verbrannt.
Hinter dem Parkplatz beginnt der Wanderweg zu den Lane Pool Falls.
Der Weg zu den Wasserfällen ist angenehm schattig. Leider sieht man auch hier überall die Folgen des Brandes.
Ich sehe Kakadus und Papageien hinterher und genieße die Stille des insgesamt 5 km langen Weges.
Die „Wasserfälle“ wurden ihrem Namen nicht wirklich gerecht. Ein Rinnsal fliesst, das war es dann auch.
In der Regenzeit soll es deutlich spektakulärer sein und das Wasser soll sogar tosen. Nun denn, der Weg war auf jeden Fall schön.
Wenn Du in der Gegend von Northcliffe bist, kann ich Dir Sid’s Campground empfehlen.
Der liegt etwa 4 km außerhalb des Ortes, ist ursprünglich, hat viel Platz, es gibt eine Küche, Feuerstellen, 2 Duschen und Toiletten für sagenhafte 5 AUS $/Nacht.
In dieser Nacht hält Toyota 2 eine Überraschung für mich bereit.
Die Schiebetüre lässt sich von innen nicht mehr öffnen. Was sehr ungünstig ist, wenn man nachts mal dringend raus muss.
Ebenso unpraktisch ist es, wenn man über den Fahrersitz nach draußen klettern muss und der Fahrersitz mit Campingtisch, Kühlbox und Stühlen vollbepackt ist.
Aber, so lange das nun das einzige Problem ist, will ich nicht jammern und nehme die Kletterei hin.
Ich breche sehr früh am Morgen auf und steuere Wind Harbour an.
Das Örtchen selber hat einen kleinen Strand und eine Bootsrampe, richtig schön wird es Salmon Beach, Pt. D’Entrecasteaux und zurück.
Auf diesem Stückchen gibt es zahlreiche schöne Lookouts und Spazierwege.
Leider spielt heute das Wetter nicht so mit, sodass ich hier nicht wirklich viel Zeit verbringe.
Ich entscheide mich für einen Abstecher und fahre nehme den Great Forrest Tree Drive.
Wann kann ich schon mal mit dem Auto durch so beeindruckende Wälder fahren?
Vermutlich nicht so häufig. Die Rundtrip ist 26 km lang und bietet Möglichkeiten für Wanderungen.
Ich fahre ganz gemütlich durch den Karri Wald und lasse die Umgebung auf mich wirken.
In Walepole cruise ich einmal auf dem Scenic Drive und mache mich dann auf den Weg zum etwa 400 Jahre alten Giant Tingle Tree.
Die Anfahrt ähnelt sehr der dem Great Forrest Tree Drive.
Nach einem gemütlichen, etwa 800 Meter langen Spaziergang, komme ich zum möglicherweise höchsten Eukalyptusbaum der Welt.
Auf jeden Fall lohnt auch ein Stopp an den Circular Pools, übrings auch ein guter Picknick Spot.
Mückenspray solltest Du allerdings nicht vergessen.
Den Tree Top Walk über die Baumwipfel habe ich leider verpasst.
Die Öffnungszeiten um diese Jahreszeit waren für mich sehr ungünstig…nur bis 16.15 Uhr.
Da ich schon soviel Zeit wegen der Autoreparatur verloren habe entscheide ich mich darauf zu verzichten.
Außerdem bin ich mir sehr sicher, dass es ein nächstes Mal Westaustralien für mich geben wird.
Der Paddys Beach Campground wurde mir zum übernachten empfohlen.
Ich finde ein schönes Fleckchen, genieße mit den locals am Abend ein wärmendes Lagerfeuer und lasse mich durch den Warnhinweis auf die tödlichen Schlangen nicht verängstigen.
Ohne von Schlangen geträumt zu haben wache ich auf und breche zu einem Strandspaziergang auf.
Das Wetter wird leider ungemütlich. Nieselregen, 24 Grad. Deswegen statte ich den Green Pools nur einen Kurzbesuch ab.
Schade eigentlich, denn es sieht hier, trotz Regen, total schön aus. Außerdem sind Green Pools ein guter Schnorchelspot, Hörensagen.
Nun ist der Himmel kaputt. Kommt Wasser raus! Und zwar Unmengen.
Ich nehme dennoch die Scenic Route über Torbay nach Albany, aber angesehen habe ich mir auf dem Weg nichts.
In Albany stärke ich mich und entscheide, zurück Richtung Perth und ab in den Norden zu düsen.
Langsam wird es wieder wärmer und sonniger und ich schalte die Klimaanlage ein.
Und…nichts passiert…Kaputt.
Selbstverständlich fällt sowas an einem Samstagnachmittag auf, an dem die Autovermietung nicht mehr geöffnet hat.
In Exmouth und Umgebung sind es noch gute 38 Grad und ich hadere mit mir, ob ich auf die Klimaanlage verzichte und weiterfahre oder nicht. Die Entscheidung fällt auf: Reparieren!
Glücklicherweise fällt der Defekt in der Nähe von Perth auf, sodass ich bei meinen Freunden einen Stopp einlegen kann und mit ihnen ein schönes Wochenende mit Fußball, Ausgehen und Chillen verbringe.
Ich erlebe ein Spiel von Gloria Perth.
Ich sag mal so…Regionalliganiveau. 10 Mannschaften gibt es in der A-League.
Da es keine zweite Liga gibt, steigt keine Mannschaft ab.
35 AUS $ Eintritt für die günstigste Karte finde ich sehr sportlich, aber das Stadion war schön, es gibt Bier, Wein und leckere Pizza.
Die Fans sind am Start und ich mag es sehr zu sehen, wie die Aussies ihre Freizeit verbringen.
Montagmorgen. Ich fahre zur Autovermietung um die defekte Klimaanlage zu reklamieren.
Eine Reparatur auf die Schnelle ist nicht möglich, daher bekomme ich nach einiger Zeit Toyota 3 im Austausch.
Da ich auf jeden Fall in den Cape Range Nationalpark möchte entschließe ich mich, zum nördlichsten Punkt meines Trips zu fahren, und dann, so wie noch Zeit übrig ist, nach Perth zurückzufahren.
So verbringe ich die nächsten zweieinhalb Tage auf dem Highway.
Auf dem Weg nach Exmouth gibt es unglaublich viele Termitenhügel.
Der Cape Range Nationalpark liegt am Ningaloo Reef.
Du kannst hier hervorragend Schnorcheln, beispielsweise am Turquoise Bay.
Weitere spektakuläre Schnorchel Spots sind Oyster Stacks und Lake Side.
Um zu Schnorcheln musst Du nicht erst mit dem Boot rausfahren. Rein ins Wasser und losgeschnorchelt.
Es lohnt sich! Neben farbenfrohen Fischen und Korallen habe ich Schildkröten und Rochen gesehen.
Wenn Du mit Walhaien schnorcheln möchtest, hast Du ab Exmouth und ab Coral Bay die Gelegenheit dazu, eine Tour zu buchen.
Nach einigen Tagen im Cape Range Nationalpark setze ich meinen Roadtrip fort und statte den Blow Holes,
den Stromatolithen bei Hamelin Pool,
dem Shell Beach
und dem Coral Beach
einen Besuch ab.
Ich staune immer noch über diese endlosen, traumhaften Strände und das kristallklare Wasser.
Ich fahre über Dunham nach Monkey Mia.
Hier lässt es sich auch sehr gut aushalten.
Morgens kommen freilebende Delfine bis an den Strand geschwommen, um sich von den Touristen ein Frühstücksfischchen abzuholen.
Nachdem ich einen ziemlich großen Tigerhai vom Jetty aus gesehen habe war ich in Monkey Mia nicht im Wasser.
Auf dem Weg zurück nach Perth habe ich noch einige Zwischenstopps an Logouts und Stränden gemacht.
Es ist einfach überall so unfassbar wundervoll, dass mir ein Besuch in dieser Ecke der Welt sicherlich nicht genügt.
Die Rückgabe von Toyota 3 verlief problemlos und der Roadtrip 2016 war viel zu schnell zu Ende.
Warst Du schon mal in Australien? Wo hat es Dir besonders gut gefallen?
Ich freue mich über Deinen Kommentar!
Liebe Annik, habe heute einen entspannten Tag, liege mit Mac im Bett rum und dachte mir, „guck doch mal, was Annik so treibt …“. Lese nun seit über einer Stunde Deine tollen Berichte mit den wirklich wunderschönen Bildern! Vielen Dank dafür! Hoffe, Du hattest auch ein schönes Weihnachtsfest und wünsche Dir weiterhin so ein schönes Erleben und alles Gute auf Deiner weiteren Reise! Ganz liebe Grüße aus dem tristen Berlin, Melanie
P.S.: Soll ich Dir ein Päckchen Lebkuchen aufheben?
Hallo Melli,
schön, dass Du Zeit gefunden hast, mal bei Misses Backpack vorbeizugucken 🙂
Ich gehe mal davon aus, dass die Weihnachtszeit wieder sehr arbeitsreich und äußerst erfolgreich bei euch war.
Es wäre klasse, wenn Du mir ein Päckchen von den Cointreau-Dessertprinten aufbewahren könntest. Lebkuchen sind natürlich auch eine Alternative. Die Gemischten, wenn Du noch hast, ansonsten alles ohne die „Nackten“ ohne Glasur.
Ich bin noch in Melbourne und ab 03.01.2017 für 22 Tage im Campervan unterwegs…Yeah & can’t wait ist, was mir dazu einfällt! Danach geht es am 26.01.2017 nach Singapur um zu sehen, wie die Chinesen das Neue Jahr feiern und dann habe ich mir noch nicht so den Kopf gemacht, was im Februar passiert. Vermutlich etwas Malaysia und dann nach kurz Thailand.
Doller Winker aus Perth, Annik