Australien Roadtrip 2016: 2. Teil: Einsteigen und Losfahren

Mein Roadtrip kann beginnen. Los geht’s zur Autovermietung. Mal sehen, ob lucky rental seinem Namen alle Ehre macht.

Ich habe mich bewusst für das Modell entschieden, da ich auf einer früheren Reise gute Erfahrungen damit gemacht habe.

1 Toyota

Etwa 1,40 m Liegefläche, eine kleine Spüle, eine Kühlbox und ein einflammiger Gaskocher.

Mehr brauche ich nicht für mein Roadtripglück.

Die Fahrzeugübergabe geht recht schnell. Nach einer Viertelstunde ist der Papierkram erledigt und das Auto übergeben.

Ich habe mich für eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung entschieden.
Man weiß ja nie und auf mögliche Diskussionen über angebliche Neuschäden habe ich keine Lust, zumal Toyota kaum eine Stelle ohne Beule oder Lackschäden hat. Mein Favorit ist ganz klar die gelochte und mit Kabelbinder befestigte Stoßstange.

Nun denn, ich steige ein und fahre los.

Meine Gedanken…ist das geil, ist das geil, Roadtrip, dicht gefolgt von keep left und immer den größeren Bogen fahren.

Gut gemeinte Tipps die ich beherzigen werde.

Die ersten Meter habe ich es einfach und fahre dumpf meinen Freunden hinterher, die mir bis zur Autobahnauffahrt vorausfahrenden Geleitschutz geben.

Schild

Einmal auf der Autobahn ist es auch erst mal easy…geht ja nur ein eine Richtung…geradeaus.

Ja Mann, ich bin on the road again und es fühlt sich richtig großartig an!

Roadtrip 2016

Ich verschwende absolut keinen Gedanken daran, dass ich bald alleine in diesem Auto schlafe, dass es gefährlich sein könnte, dass ich Angst haben könnte…

Neeee, jetzt mal Kopfkino aus und Genießermodus an!

Mit offenen Fenstern und wehenden Haaren fahre ich laut singend und bestens gelaunt meinem ersten Ziel entgegen:  Busselton.

Busselton 2016

Hier stoppe ich erst mal am Supermarkt und versorge mich für die ersten Tage.

Dann fahre ich weiter zu einem der großen Parkplätze am Meer.

Der Tipp meines Freundes, hier die erste Nacht zu verbringen. 24 Stunden parken, WC Anlagen mit Duschen, unmittelbar am Strand und der Seebrücke, Restaurants.

Kein Problem, so seine Worte.

Die Sonne scheint, ich schlendere am Strand entlang, beobachte die Kakadus, die so richtig krach machen und bummele durch das Örtchen.

Kakadus in Busselton

Hier gibt es die älteste Steinkirche Australiens, ein kleines Theater, ein Kino, Supermärkte und diverse Restaurants und eine Alte Feuerwache, die nun ein Weinladen ist.

Außerdem gibt es am Ende der 3 km langen Seebrücke ein großes Aquarium zu besuchen. Der Eintritt beträgt 32,- AUS $ inkl. Bahnfahrt zum Eingang.

Seebrücke in Busselten

Doch, für den ersten Tag hätte es mich schlechter treffen können.

Mit dem Gedanken gehe ich zurück zu Toyota um mich zu betten.

Busselton sunset

Ich wundere mich. Der Parkplatz ist gähnend leer und mich beschleicht die Ahnung, dass ich hier nicht wirklich übernachten darf.
Egal, Augen zu und durch, im wahrsten Sinne des Wortes.

Am nächsten Morgen wecken mich die Kakadus. Respekt, die können Laut in Perfektion.

Es ist 06.06 Uhr als ich mich auf dem Weg zu den Örtlichkeiten mache und mich ein Angestellter der Stadt, der dabei ist die Mülleimer zu leeren, angrinst, mir einen guten Morgen wünscht und mir dazu gratuliert, vor den Rangern wach zu sein.

Da war meine Ahnung nicht falsch.
Ich durfte hier nicht übernachten und bin einer saftigen Geldstrafe entgangen.

Ich gebe eine Runde Instantkaffee aus und setze mich dann mit meinem Frühstück an den Strand.

Die Sonne strahlt mit dem Himmel um die Wette, die Wellen plätschern, es ist friedlich und menschenleer.

Busselton am Morgen

Jaaa, so geht für mich glücklich sein.

So schön es hier auch ist, weiter geht’s.

In Dunsborough gönne ich mir einen leckeren Flat White und vertrete mir die Beinchen.

Gemütliches Fleckchen mit chilligen Cafes und Restaurants und einem schönen Stadtstrand.

Hier halte ich mich nur kurz auf und fahre weiter zum Eagle Bay.

eagle bay

Wenn das so weiter geht wiederhole ich mich bald laufend…tollste Strände, sauberstes Wasser, ein Traum!

Nächster Stopp: Cape Naturaliste.

Lighthouse Cape Naturaliste

Dort entscheide ich mich für einen einstündigen Rundgang.

Eine Schautafel über mögliche Wanderungen findest Du links neben dem Eingang zum Leuchtturm.

Die Besichtigung des Leuchtturms und die damit verbundenen 14,00 AUS $ spare ich mir.
Es gibt noch ein Kombiticket Leuchtturm und Höhle für 30 AUS $, aber auch das ist nichts für Mutters Tochter.

Wanderung

Nach dem entspannten Walk fahre ich durch eine wunderschöne, ständig wechselnde Landschaft.

Wanderung

Auf dem Weg liegen unglaublich viele Höhlen. In einige darf man nur mit Guide, andere kann man selber erkunden.

Außerdem fahre ich an Weinbergen und Weideland vorbei, durch irre Wälder und habe immer wieder atemberaubende Ausblicke auf schneeweiße Strände und das Meer.

Landschaft

Einfach zauberhaft!

In Augusta finde ich auf einem Campingplatz einen schönen Stellplatz für Toyota und somit einen legalen Schlafplatz für die Nacht.

Ein neuer Tag ein neues Abenteuer.

Heute entscheide ich mich, zum Hamelin Bay zu fahren.
Mit etwas Glück sieht man hier Rochen und Haie im seichten Wasser.

Auf der Fahrt wird mir ganz plötzlich übel.
Mein Hals zieht sich zu, mir wird leicht schwindelig und ich bekomme Kopfschmerzen.
Und dann merke ich, dass es im Auto stinkt. Und zwar gewaltig. Nach Abgasen!

Ich reiße die Fenster auf, aber es wird nicht wirklich besser.
Mir war auch gestern Abend komisch, aber ich dachte, dass läge an dem Straßenverkehr, den vielen Eindrücken, vielleicht was zuviel Sonne abbekommen, aber nun ist mir glasklar, es liegt an Toyota!

Da ich schon fast in Hamelin Bay bin fahre ich weiter.

Angekommen, ausgestiegen und zum Strand gegangen.

Hamelin Bay

Was soll ich sagen, super schön, aber Rochen oder Haie habe ich leider nicht gesehen.

Mir ist es immer noch schlecht und ich entscheide mich, die 16 km nach Augusta zurückzufahren und das Auto checken zu lassen.

Selbstverständlich ist Sonntag und ein langes Wochenende. Montag ist Public Holiday, Feiertag.

Immerhin habe ich Glück und es gibt eine Tankstelle mit RAC Werkstatt im Ort.
Der RAC ist quasi der australische ADAC.

Die Mitarbeiter an der Tanke sind sehr hilfsbereit und ein RAC Mitarbeiter ist schnell beauftragt, sich Toyota anzusehen.

Als der KFZ Mechaniker mich in der Werkstatt bittet, habe ich dieses ganz bestimmte Gefühl in der Magengegend, wenn man weiß, jetzt kommt was, was man nicht hören möchte.

Richtig!

Toyota steht auf der Hebebühne.

Toyota 1 in Werkstatt

Mir wird gezeigt, wo der Wagen überall Öl verliert und durch welche Ritze vermutlich die Abgase ins Auto kommen.

Der Expertenrat: Stehen lassen und Ersatzwagen anfordern. Schön!

Bei der Autovermietung erreiche ich erst Dienstag wieder jemanden, wegen, richtig, Sonntag und Feiertag.

So verlängere ich meinen Aufenthalt unbeabsichtigt um zwei volle Tage.

Ich nutze die Zeit und fahre nochmal zum Hamelin Bay.

Um die Mittagszeit habe ich Glück und sehe zwei große und zwei kleine Rochen im nahezu knöcheltiefen Wasser.

Stingray

Rays

Sting ray

Ansonsten vertreibe ich mir die Zeit mit langen Strandspaziergängen und Schnorcheln.

Hamelin Bay

Außerdem mache ich einen Ausflug zum Cape Leeuwin und zum Flinders Bay.

Cape Leeuwin

Hier kann man von Juni bis August fabelhaft Wale beobachten.

Die verpasse ich leider, aber auch so ist es schönes Fleckchen zum relaxen.

Die Zwangspause hätte mich definitiv schlimmer treffen können.

Seagulls

Endlich ist es so weit. Dienstagabend und mein Ersatzauto ist da.

Zauberhaft! Toyota 2 hat 511.678 km auf der Uhr! Als Benziner!

Ja, ich habe Vertrauen und freue ich!

Keine Klappe am Handschubfach, die Glühbirnen hängen ohne Verkleidung vom Himmel, die Vorhänge und Polster sind knösig, aber gut, ich will mal kein Mädchen sein.

Der Neue ist etwas schmuddelig, dafür stinkt er nicht und ich bin froh, dass es morgen endlich weiter geht.

Wie es mit dem Ersatzwagen weitergeht und wohin mich mein Roadtrip noch führt erfährst Du im nächsten Teil.

Hast Du schon mal einen Roadtrip durch Australien gemacht?

Welche Tipps und Tricks hast Du auf Lager?

Bitte rein damit in die Kommentare. Ich freu mich drauf!

 

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