Vom Housesitting, dem Linksverkehr und warum ich einen Mann vermisst habe

Ich bin gut in Australien angekommen. Der Flug von Kuala Lumpur nach Perth dauerte knappe 6 Stunden und war angenehm. Zwei Sitzplätze für mich, keine Turbulenzen, keine Verspätungen und mein Rucksack kam an. Besser geht es fast nicht.

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Die Einreise lief auch wie geschmiert. Kurze Schlange an der Immigration, okay, gut möglich, dass ich mich etwas beeilt habe und ein kleines bisschen schneller als üblich gegangen bin.

Dann habe ich ein B auf meinen Schnipsel geschrieben bekommen, was bedeutete, dass meine Rucksäcke nicht gefilzt wurden und ich gleich zum Ausgang gehen durfte.

Geil! Endlich da! Australien! Da will ich mich mal auf das herzlichste Willkommen heißen!

Los geht’s zum Haus meiner Freunde. Auf das werde ich nämlich die nächsten 4 Wochen aufpassen. Dazu gehören zwei zuckersüße Katzen, ein schöner Garten und Kia.

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Und direkt gegenüber vom Haus ist ein kleiner Park mit Sportplatz.

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Darf ich vorstellen: Snoopy und Steena.

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Die Beiden muss man doch einfach knuddeln, oder?

Leider befindet sich, außer einer Bushaltestelle, nicht viel in Laufnähe. Mal eben einen Kaffee trinken gehen ist immer mit Autofahren verbunden.

Aber ich will mal nicht auf hohem Niveau jammern. Dann fahr ich eben Auto.

Und wie! Kia ist so eine kleine Challenge. Ich sage nur: Linksverkehr mit Schaltwagen, mehr Schwierigkeitsstufe geht nicht! Und wo man so überall daneben greifen kann. Rechte Hand zum Schalten, ähm, neee, geht nicht. Mit der linken Hand anschnallen, geht auch nicht. Und dann der Schulterblick beim Abbiegen. Auch irgendwie falsch rum. Der Klassiker, also den Blinker mit dem Scheibenwischer zu verwechseln und umgekehrt, passiert nicht selten. Links einparken und rechts sitzen kommt auch ungewohnt, aber so langsam flutscht es. Und, nicht zu vergessen: Beim rechts abbiegen immer den großen Bogen fahren.

So mogele ich mich hier ganz gut durch den Straßenverkehr.

Den Weg zu den Stränden finden Kia und ich bereits fast im Schlaf.

Morgens gehe ich am liebsten am City Beach spazieren. Der fällt nicht so steil ab, hat sanftere Wellen und ist hervorragend zum Schwimmen geeignet.

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Auf einem Teilstück wird der City Beach zum Hundestrand.

Bei mir sind Katzen ja die absolute Nummer 1, aber Hunde kann ich auch gut leiden. Bei deren Anblick geht mir jeden tag auf’s Neue total das Herz auf! Wie die sich in die Wellen schmeißen, nach der Gischt schnappen, irgendwelchen Spielzeugen oder Bällen hinterherjagen und über den Strand fegen und sich austollen, sich im Sand suhlen und ihr Hundeleben offenbar in vollen Zügen genießen. Herrlich! Da tobe ich gerne mal eine Runde mit den Rackern rum.

Manchmal halte ich vormittags noch am Scarborough Beach.

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Dann gönne ich mir einen leckeren Flat White und beobachte die Surfanfänger. An diesem Strandabschnitt gibt es einige mobile Surfschulen. Die Dünung scheint dafür perfekt zu sein.

Ich spiele kurz mit dem Gedanken, mich anzumelden, lasse es dann aber doch sein. Vielleicht ein anderes Mal.

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Stattdessen schnappe ich mir mein Bodyboard und versuche die Wellen zu reiten. Das macht mir richtig Spaß.

Nachmittags ist es übrigens auch toll am Scarborough Beach. Der Wind nimmt dann allgemein zu und es gibt richtig imposante Wellen. Ideal, um den Surfern und Kitesurfern zuzugucken.

Schwimmen ist dann nicht mehr drin, aber in die Wellen hopsen und rumplantschen. Kein schlechter Tausch, wie ich finde und ich glaube, dafür werde ich nie zu alt werden.

Meistens bleibe ich dann bis zum Sonnenuntergang. Das Licht ist zu dieser Zeit so ganz besonders.

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Ich mag diese Zeit total gerne. Dieses Zwielicht. Das Farbenspiel. Der Wind. Das Meeresrauschen. Das genieße ich sooft es geht.

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Irgendwann musste es mal passieren.

Heute war es so ein Tag, an dem ich kurzfristig einen Mann im Haus vermisst habe. Und zwar sehr.

Kaputt war nichts, viel Schlimmer, es hatte acht Beine und war monströs! Da sitzt doch diese fette Spinne an der Zimmerdecke. Ich so: Neee, ne, das geht gar nicht. Schönes Ding, zu hoch, da komm ich nicht gut ran. Staubsauger geht auch nicht. Zum Einen, weil der Staubsauger hier keinen Beutel hat und, glaube mir, ich würde dieses Gerät niemals öffnen, wenn ich weiß, dass da ein Monster drin lauert.

Zum Anderen habe ich da so meine Erfahrungen gesammelt. Ich habe in meiner Wohnung mal eine Spinne weggesaugt und hatte 2 Tage später den gleichen Apparat wieder an der Wand sitzen. Da hat sie sich irgendwie aus dem Sauger befreit. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Zwillinge handelte, will ich mal ausschließen.

Also ich so, Schockstarre und seufz. Dann fiel mir die Fliegenklatsche in der Küche ein. Mit einem gewissen Unbehagen, in  Anbetracht dessen ganz bald passieren wird, habe ich die dann geholt. Als ob Achtbein meine Absicht gespürt hätte, lässt er sich einfach fallen und versteckt sich. Hab ich mich geekelt und blitzschnell die Türe zugemacht. Geschrien habe ich glaube ich nicht, aber ziemlich sicher war das der Moment, an dem ich auf dieser Reise das erste Mal mit mir selber sprach.

Danach habe ich mich über den Untermieter online erkundigt. Huntsman, nicht giftig, jagt seine Beute, kann keine Netze spinnen, dafür aber gut springen.

Spinne 2.0. Nachts muss ich mal ins Badezimmer. Auf dem Rückweg sehe ich den Huntsman an der Wand sitzen. Um es kurz zu machen: Ich fand es obereklig und bin wieder alleine im Haus. Also, mit den Vierbeinern natürlich.

In der nächsten Woche will ich mir die Stadt ansehen und die Gegend erkunden. Ich freue mich, wenn Du dann wieder dabei bist!

Warst Du schonmal in Perth? Hast Du Tipps für mich, was ich tun oder lassen sollte?

Ich danke Dir für Deinen Kommentar!

 

 

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4 Kommentare auf “Vom Housesitting, dem Linksverkehr und warum ich einen Mann vermisst habe

    1. Liebe Agy,

      freut mich, dass Dir meine Fotos gefallen haben und das ich Dich mit meinem Spinnenkampf erheitert habe. Sobald ein Tier mehr als 4 Beine hat bin ich sehr froh, wenn es sich nicht in meiner Wohnung aufhält.

      Ich grüße ganz lieb zurück
      Annik

    1. Hallo Sophia,

      die Westküste ist superschön! Ich liebe die Strände, die Natur und diese unglaubliche Weite Australiens. Wenn Du Natur magst, wird es Dir hier sicherlich richtig gut gefallen.

      Liebe Grüße
      Annik