Sommer in Berlin: Wandern, Baden, Bötchen fahren!

Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein und dann nüscht wie raus nach…Tegeler See! Tegeler See? Genau!

Badestelle am Tegeler See

Hier kannst Du nicht nur einen schönen Spaziergang machen, sondern Dich auch noch an unterschiedlichsten Stellen zu Wasser lassen oder Dich gemütlich durch die Gegend schippern lassen.

Klingt verlockend? Ist es auch!

Ich möchte diesen schönen Spätsommertag nicht ungenutzt lassen und entscheide mich spontan für einen ausgedehnten Spaziergang im Berliner Norden. Der 15 km lange Wanderweg verspricht, neben Badestellen und Einkehrmöglichkeiten, schöne Aussichten auf Havel und Tegeler See und Abwechslung durch Wald- und Uferwege.

Hört sich für mich sehr verlockend an. Na, dann mal los! Vom U-Bahnhof Alt Tegel gehe ich Richtung Greenwichpromendade. Ist das noch Berlin?

Alt Tegel auf dem Weg zum Tegeler See

Hier sieht es schon ziemlich provinziell aus. Niedrige Häuser, alte Dorfkirche, verkehrsberuhigte Kopfsteinpflasterstraßen, gut bürgerliche Restaurants, einige Eiscafes. Von Stress und Hektik der Großstadt spüre ich nichts. Im Gegenteil, die Uhren scheinen langsamer zu ticken. Außerdem herrscht hier offenbar noch Ordnung.

Schild am Tegeler See

So ein Schild habe ich in über 25 Jahren Berlin noch nie irgendwo anders in dieser Stadt gesehen.

Es dauert nicht lange und ich bin am Wasser. Zahlreiche Ausflugsdampfer legen hier zu unterschiedlichsten Fahrtzielen ab.

Du kannst Dich also noch entscheiden, ob Du Dich selber bewegen möchtest oder Dich doch lieber bewegen lässt.

Ich lasse mich von meinem Plan, zwischen Tegeler See und Havel spazieren zu gehen, nicht abbringen und folge dem Weg nach rechts. Schon bald erreiche ich die Sechserbrücke, die mich über das Tegeler Fließ bringt. Hierzu kann ich mal kurz klugscheißen. Bis 1922 musste man 5 Pfennig Brückenzoll bezahlen, um die Brücke passieren zu dürfen, also einen Sechser, wie der Berliner zu sagen pflegt, daher der Name Sechserbrücke.

Bootsanleger am Tegeler See

Nach der Brücke gehe ich links immer am Wasser lang, bis ich zu einer Asphaltstraße komme. Hinter der Straße folge ich dem breiten Waldweg.

Wanderung um den Tegeler See

Ist das herrlich hier! Die Sonne bricht gelegentlich durch das Blätterdach, es riecht so schön erdig, die Vögel zwitschern, Spechte tickern Löcher in die Bäume, Insekten schwirren durch die Luft, ansonsten ist es ruhig.

Nicht weit entfernt vom Hauptweg statte ich Berlins höchstem Baum einen Besuch ab.

Am Tegeler See

Einer europäische Lärche von 1795, stolze  42,5 Meter hoch und 2,90 breit. Richtig, passte nicht auf’s Foto, deswegen gibt es davon auch keins.

Weiter geht es durch den Wald, bis ich wieder eine Straße erreiche. Hier wende ich mich nach links und folge ihr ein ganzes Stück, bis ich wieder auf einen Uferweg stoße, der mich entlang der Havel führt. Hier gibt es diverse Bademöglichkeiten und immer wieder die Möglichkeit, auf einer Bank rast zu machen oder in einem der Restaurants und Cafés einzukehren. Ich finde eine schöne Badestelle und gehe ein Runde Planschen.

Badestelle am Tegeler See

Das Wasser ist angenehm kühl. Nach dieser herrlichen Erfrischung chille ich am kleinen Sandstrand und lasse mich von der Sonne und dem Wind trocknen.

Einfach mal diesen wundervollen Tag in vollen Zügen genießen. Phantastisch!

Die Enten, Schwäne und Blässhühner lassen sich von den vielen Motor-, Schlauch-, Ruder-und Segelboote nicht beeindrucken. Sie ziehen gemütlich ihre Bahnen und versuchen Futter abzugreifen. Dazu kommen dann noch die Ausflugsdampfer, Kanufahrer und Schwimmer. Hier ist immer was los auf dem Wasser.

Boot auf dem Tegeler See

Ich laufe weiter, vorbei an Konradshöh, an Segelschulen, anderen Badestellen und dem Strandbad Tegel.

Das imposante Gebäude mit der Deutschlandfahne auf der Halbinsel Reiherwerder gehört übrigens zum Auswärtigen Amt. Hier finden Aus- und Weiterbildungen statt. Ich sage mal so, da kenne ich schlimmere Locations.

Am Tegeler See, Gebäude vom Auswärtigen Amt

Dort ganz in der Nähe begegne ich in einem kleinen Waldstück einem Fuchs, des es ganz eilig hat, als er mich sieht.

Ich schlendere weiter, bis ich wieder den Weg Richtung Sechserbrücke und Greenwichpromenade erreiche.

Blick auf den Tegeler See

Zum Abschluss dieses schönen Tages lasse ich mir noch einen Eisbecher schmecken und blinzele glücklich und zufrieden in die Sonne.

Dieser Ausflug hat mir richtig gut gefallen und ich nehme mir ganz fest vor, sowas öfter zu machen. Ich fühle mich wie nach einem Kurzurlaub.

Memo an mich – öfter mal kleine Fluchten aus dem Alltag einplanen!

Diese Wanderung ist übrigens aus dem Buch: Berlin und Umgebung- Wandern kompakt. Neben einer Wegbeschreibung gibt es eine kleine Wanderkarte. Leider wird dieses Buch nicht mehr verlegt, aber es gibt sicherlich die ein oder andere Alternative.

Hast Du Fragen zu der Wegführung? Kennst Du andere schöne Wanderwege in Berlin?

Raus mit der Sprache! Ich freu mich über Deinen Kommentar!

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15 Kommentare auf “Sommer in Berlin: Wandern, Baden, Bötchen fahren!

    1. Hallo Claudia,

      Berlin ist einfach riesig, hat so viele Facetten und ist immer in Bewegung. Ich wohne seit 1991 hier und habe noch lange nicht alles entdeckt.
      Ich freue mich, dass ich Dir mit diesem Artikel eine neue Seite von Berlin zeigen konnte 🙂

      Viele Grüße und danke für Deinen Kommentar
      Annik

  1. Das ist ja idyllisch! Ich finde die vielen Seen und Flüsse rund um Berlin wirklich toll. Leider scheine ich meistens im Winter in Berlin zu sein, was den Teil mit dem Plantschen nicht so attraktiv macht.

    LG
    Gina

    1. Hallo Gina,

      wie schade, dass Ihr Berlin bisher nur im Winter kennengelernt habt! Die Sommer sind so schön hier!

      Ob Eisbaden im Tegeler See möglich ist, weiß ich nicht. Falls Du eine Spitzhake brauchst und es ausprobieren möchtest, ruf sag Bescheid 😉

      Viele Grüße und danke für Deinen Kommentar
      Annik

  2. Ich muss sagen, bis auf die obligatorische Klassenfahrt in der 10. und ein paar mal zum Blauen Band, dem Tanzturnier, war ich noch nie in Berlin. Außer den typischen Touri Hotspots kenne ich also quasi nichts..ich glaube, es wird Zeit für meinen nächsten Besuch! Das sieht echt komplett anders aus als den teil Berlins, den ich kenne und sehr friedlich 🙂

    1. Hallo Alex,

      freut mich, dass ich Dir eine andere Seite Berlins zeigen konnte. Abschlussfahrt 10. Klasse hört sich echt nach ewig her an. Berlin ist immer eine Reise wert und hier gibt es ganz viel richtig viel für Dich zu entdecken.

      Danke für Deinen Kommentar und herzliche Grüße
      Annik

    1. Hallo Imke,

      das ist echt ein schöner Spaziergang. Solltest Du wirklich mal machen, wenn Du mal etwas Ruhe in Berlin suchst.
      Falls Du dann noch Fragen zum Weg hast, kannst Du Dich sehr gerne bei mir melden.

      Viele Grüße
      Annik

  3. Ha, das kam mir doch bekannt vor: Die gleiche Runde haben mein Mann und ich im letzen Jahr auch gemacht. Wunderschön, auch im Winter, wenn gerade keine Badezeit ist 😉
    Den Wanderführer finde ich klasse, wir haben da schon einiges draus gegangen und mögen die Spaziergänge am Stadtrand sehr!
    Liebe Grüße
    Carolin

    1. Hallo Carolin,

      die Runde im Winter noch mal zu drehen, kann ich mir auch gut vorstellen…Etwas Schnee, vereistes Wasser, doch, hat bestimmt was.
      Diesen Winter wird das wohl nichts…ich mache mich vom 20.10.2016-04.03.2017 Richtung Thailand, Australien und Malaysia auf die Socken.

      Liebe Grüße und danke für Deinen Kommentar!
      Annik

  4. Wenn ick dat nächste mal in Berlin bin nimmste nich mit!!!! Und wenn ich schlapp mache trägst du mich für den Rest des Weges auf’m Buckel!!!
    Toller Bericht!!!!

    1. Mein allerliebster Robbie,

      freut mich, dass Dir der Bericht gefallen hat! Du hättest auch mal was Anderes schreiben soll, grins. Dann gibbet et Kasalla!

      Klar nehme ich Dich mit, aber loofen kannste alleene 😉
      Das ich Dich trage sehe ich nämlich so nicht kommen…warte…neee, wird nicht passieren.

      Ich drück Dich und grüße nach Kölle
      Annik