Jakobsweg Via Baltica: Von Swinemünde nach Wismar

Kennst Du das? Es juckt in den Füßen, es kribbelt in den Händen, dicht gefolgt von innerer Unruhe und Rastlosigkeit. Es zieht Dich raus auf den Weg und Du bist sowas von bereit zum Loslaufen.

Wegweiser

Seitdem ich 2008 meinen ersten Camino gelaufen und Jakobswegluft geschnuppert habe, bin ich infiziert.

Alles was ich für mein Glück brauche paßt in einen Rucksack. Je leichter desto besser.

Ich habe zwei Wochen Zeit, daher habe ich mich für meinen ersten deutschen Jakobsweg entschieden, der Via Baltica, von Swinemünde bis Wismar.

Der Rucksack ist gepackt, ich freu mich, dass es losgeht.

Am morgen geht es mit dem Bus nach Ahlbeck und dann mit der Bäderbahn nach Swinemünde.

Meine Etappenplanung:

01. Tag: 12,0 km Anreise Swinemünde bis Zirchow
02. Tag: 29,8 km Zirchow bis Zecheriner Brücke
03. Tag: 13,6 km Zecheriner Brücke bis Pulow
04. Tag: 31,8 km Pulow- Kemnitz
05. Tag: 23,0 km Kemnitz- Gerdeswalde
06. Tag: 24,5 km Gerdeswalde- Kirch-Baggendorf
07. Tag: 22,5 km Kirch-Baggendorf- Bad Sülze
08. Tag: 25,3 km Bad Sülze- Sanitz
09. Tag: 22,1 km Sanitz- Rostock
10. Tag: 22,6 km Rostock- Bad Doberan
11. Tag: 26,5 km Bad Doberan- Neubuckow
12. Tag: 28,6 km Neubuckow- Wismar
13. Tag: Wismar und Heimreise nach Berlin  

In Swinemünde entscheide ich mich dafür, der örtlichen Kirche einen Besuch abzustatten, meinen Startstempel zu holen und mich an das Gefühl zu gewöhnen, wieder unterwegs zu sein.

Swinemünde Kirche
Stempel Swinemünde

In der Kirche habe ich gleich die erste schöne Begegnung.

Ich besichtige die Kirche und halte Ausschau nach einem Pilgerstempel.  Der liegt leider nicht aus. Eine Polin bemerkt, dass ich offenbar etwas suche und spricht mich an. Ich zeige meinen Pilgerpass und mache mit der Hand Stempelbewegungen. Sie nimmt mich an die Hand, führt mich aus der Kirche zum Pfarramt und klingelt dort so lange, bis letztendlich eine Köchin den Pfarrer ruft, der meinen Ausweis stempelt und mich segnet.

Fühlt sich das gut an? Und wie!

Beseelt und glücklich folge der Hauptverkehrsstraße bis zur Grenze und schon bin ich wieder in Deutschland.

Übergang Polen- Deutschland

Wenig später verlasse ich die Bundesstraße und lasse mich leiten…richtig…vom gelben Pfeil oder der Muschel.

Wegweiser Kamminke

Weg nach Kamminke

Ich folge dem Weg bis Kamminke. Dort entscheide ich mich, einen Abstecher zum Hafen zu machen.
Die Strecke zieht sich ganz schön, aber ich werde mit einem schönen Blick auf das Oderhaff und einem Kaffee belohnt.

Kamminke Hafen

Die Lokals nennen Kamminke auch „das und Ende der Welt“, da der Ort ist am südöstlichsten Zipfel von Usedom liegt.

Ich kenne das Ende der Welt in Spanien…nun kenne ich wohl zwei Weltenden.

Blick auf das Haff in Kamminke

Weiter geht es zu meinem Tagesetappenziel: Zirchow.

Auf dem Weg nach Zirchow

Dort habe ich mich beim Pfarramt telefonisch angekündigt und darf, gegen Vorlage des Pilgerausweises, dort nächtigen.

Als ich den Schlüssel zur Herberge abholen möchte, platze ich in eine Geburtstagsfeier. Es gibt gerade Kaffee und Kuchen. Da komme ich gerade recht, sage ich, und schon habe ich zwei Stückchen Kuchen auf einem Teller.

Mahlzeit

Lecker war’s und wenn’s läuft dann läuft’s, kann ich nur sagen.

Der Lauf setzt sich fort. Die Pilgerunterkunft ist spitze. In einem alten Fachwerkhaus stehen Küche, Bad mit Dusche, Aufenthaltsraum, kleine Terrasse, Schaukelstuhl und im 1. Stock 5 Einzelbetten zur Verfügung. Außerdem gibt es Matratzen als Notbetten. Da ich alleine hier bin habe ich die Qual der Wahl und mache es mir gemütlich.

Die Dorfkirche ist auch noch geöffnet.

Kirche in Zirchow

Was für ein Tag. Kaiserwetter, nette Begegnungen. Ich fühle mich bereits nach einem halben Pilgertag reich beschenkt.
Viel besser hätte mich die Via Baltica nicht empfangen können. Wahnsinn!

Am nächsten Morgen weckt mich die Sonne und ich bin bereits um 06.00 Uhr auf dem Weg zu meinem heutigen Ziel, der  „Zecheriner Brücke“. Der Weg führt entlang einer stillgelegten Bahntrasse.

Bahntrasse

Weg zum Peene Idyll

1 Landschaft

Wie schön ist das bitte schön hier?!?

Soviel Natur und keine Menschenseele. Ich genieße wirklich jeden Moment.

Die Rapsfelder duften und strahlen im Sonnenschein, die Obstbäume blühen und erst der üppige Frühlingsflieder überall.

Kurz vor Stolpe sitzt eine Dame vor ihrer Ferienwohnung im Strandkorb, liest Zeitung und trinkt Kaffee.
Ich wünsche ihr einen guten Morgen, sie grüßt mich zurück und fragt mich, ob ich einen Kaffee mittrinken möchte.
Ist der Papst katholisch?
Ich bin zwar auf dem Weg zum frühstücken, aber selbstverständlich möchte ich einen Kaffee mit ihr trinken.
Nach einem angeregten Schwatz breche ich auf und finde in Stolpe eine Bäckerei mit kleinem Garten und einem sehr leckeren Warenangebot.

Qual und Wahl und so. Kaffee hatte ich nun schon, aber auf einem Bein kann man bekanntlich so schlecht stehen…

Angebot in der Bäckerei

Ich sitze so im Bäckereigarten, blättere in meinem Wanderführer, als mich ein Ehepaar anspricht, ob ich auf der Via Baltica unterwegs sei. Wir setzen uns an einen Tisch und unterhalten uns. Es stellt sich raus, dass die Beiden eine kleine Pilgerunterkunft in Lassan betreiben. Ich soll doch einfach anrufen, wenn ich an meinem Etappenziel am Folgetag nicht unterkomme. Sie würden mich einsammeln und am nächsten Tag zu meinem Startpunkt zurück bringen. Wäre ja kein Problem.

Ich bedanke mich natürlich für das Angebot und freue mich, eine Alternative zu haben.

Gut gestärkt geht es für mich weiter

Weg nach Usedom

über Usedom,

Usedom Kirche

vorbei an der Eisenbahn-Hubbrücke in Karin

Zecheriner Brücke

zu meiner heutigen Unterkunft an der Zecheriner Brücke.

Zecheriner Brücke

Hier habe ich in einem Hotel ein Einzelzimmer gebucht.
Schöne Aussicht, leckeres Abendessen und reichhaltiges Frühstück, inklusive Peeneblick.

Auf dem Weg nach Pinnow

Heute möchte ich bis Pulow.

Noch ist nicht klar, ob ich dort bei einer Familie in deren Wohnwagen schlafen kann.

Es ist Pfingstfreitag und ich will nur eine Nacht bleiben, da bin ich nur so mittelmäßig willkommen.

Aber, macht ja nichts, ich habe ja die Telefonnummer von meiner gestrigen Begegnung in der Tasche. Da kann ja nichts schiefgehen.

Der Weg führt zunächst auf einem gut angelegten Radweg entlang der Bundesstraße, bis die Via Baltica durch einen Wald nach Pinnow führt.

Waldweg nach Pinnow

Teilweise ist der Weg dürftig markiert und Du musst schon genau hinsehen, um die wenigen Markierungen zu entdecken.

Wegweiser

Nur am Rand: So langsam bringen mich meine Schuhe um. Der Rechte, um genau zu sein.
Der drückt so auf den Knöchel, dass mir jeder Schritt weh tut. Unfassbar, da ich mit dem gleichen Modell die Via-de-la-Plata ganz ohne derartige Probleme gelaufen bin.

Ich sehe die Kirchturmspitze und freue mich auf eine Pause. Schuhe aus, den Schaden begucken und dann weiter sehen.

Kirche in Pinnow

Das ist der Plan. Aber wie das immer mit Plänen so ist.

Ich komme näher und sehe am Friedhof in schwarz gekleidete Menschen. Beerdigung. Kein Event, auf dem ich stören möchte.

Plan B ist schnell gemacht.

Zum Pfarrhaus gehen, nach einem Stempel fragen und sehen, ob sich dort ein Pausenplätzchen findet.

Neben meinem Stempel bekomme ich ein gekühltes Glas hausgemachten Apfelsaft aus dem Pfarrgarten serviert. Den lasse ich mir auf einer gemütlichen Sitzgruppe schmecken.

Ich gucke mich so in der Gegend um und sehe eine schwarz-weiße Katze mit einer offensichtlichen Verletzung an der rechten Vorderpfote. Mit dieser kann sie nicht auftreten. Ein Gärtner kommt und sie lässt sich streicheln. Schmeißt sich auf den Boden, schnurrt, naja, wie diese Racker das eben so machen.

Ich geselle mich zu den Dreien und so kommen wir in ein angenehmes  Gespräch. Warum die Katze humpelt, es war wohl ein Auto im Spiel, warum ich humpele, da war wohl kein Auto im Spiel, dass er schon viel gewandert ist und Weitwandern liebt, dass ich im letzten Jahr die Via-de-la-Plata gelaufen bin, dass ich weiter nach Pulow möchte, dass er in Pulow wohnt, dass ich noch nicht weiß, wo ich in Pulow schlafe,…
Lange Rede, kurzer Sinn. Er hat mir angeboten, in seinem Domzelt zu schlafen. Eine Isomatte und einen warmen Schlafsack habe ich dabei, ist also ist das kein Problem.

Mit diesem großartigen Angebot, einer wunderbaren Pause und der Entscheidung, die Wanderschuhe gegen meine Sandalen zu tauschen, eine Wohltat, geht es für mich fröhlich weiter.

Auf dem Weg nach Lassan

Auf dem Weg nach Lassan

In Lassan gibt es auf dem Hauptplatz ein vegetarisch-veganes Restaurant. Wer hätte das gedacht.
Kommt ja sowas wie von gerufen. Es ist Mittagszeit und ich habe Hunger.

Frisch gestärkt geht es weiter nach Pulow.

Die Wohnwagenunterkunft hat sich ich erledigt. Keiner zu Hause.

Sollte wohl so sein. Gerade, als ich weiterlaufe, kommt mir der Gärtner auf seinem Fahrrad entgegen. Ich nehme sein Angebot sehr gerne an, und, was soll ich sagen…es war der Hammer!

Pulow Domzelt

Ein riesiges Zelt mit hohen Zeltwänden und Holzboden, auf einem zauberhaft angelegten Gartengrundstück, in der besten Gesellschaft, die ich mir hätte vorstellen können.

Nochmal herzlichen Dank, liebe Heike und lieber Thomas!

Pulow Domzelt

Die Beiden kümmern sich total nett um mich. Es gibt eine Gemüsesuppe zum Abendbrot und nach einer bitterkalten Nacht bekomme ich heißen Kaffee und ein oberleckeres Müsli zum Frühstück serviert. Sie wünschen mir einen guten Weg und ich folge den Pfeilen.

Ich lasse den vergangenen Tag nochmal Revue passieren und spaziere gemächlich und dankbar entlang von Feldern, Wiesen, Wälder, Seen und Teichen.

Feldweg bei Kemnitz

Weg nach Kemnitz

alternativer Hochsitz

Es gibt viele schöne Plätze, die zu einer Pause einladen,

Pausenplatz

und ich jammere nicht mehr wegen meines schmerzenden Knöchels, weil ich den Weg in Sandalen fortsetze.

Ist zwar ziemlich frisch am Fuß, aber was soll’s. Ja, Blondie hat es mit Socken versucht, aber dann passen die Sandalen nicht mehr richtig.

Das Wetter wird schlechter, meine Erkältung entwickelt sich und es wird noch kälter.

Weg nach Greifswald

Auf dem Weg nach Greifswald erwischt mich ein Hagelschauer bei erfrischenden 9 Grad.

das sieht nicht gut aus...das Wetter

Das ist der Punkt, an dem ich mich entscheide, mal kurz von Greifswald zurück nach Hause zu fahren, um die Schuhe zu wechseln.

Annik

Nach 3 Stunden Busfahrt bin ich wieder in Berlin. Wäsche waschen, 3 Tage Erkältung etwas auskurieren und dann geht es auch schon wieder zurück nach Greifswald, um die Via Baltica fortzusetzen.

Wegweiser Greifswald

Die nächsten Tage laufe ich auf schönen

Weg

Weg

und nicht so schönen Wegen,

kein schöner Weg

Weg

über unzählige Plattenwege,

Plattenweg

genieße die Natur,

Natur, Blätter

Natur

Natur

Felder frisch bestellt

Rapsfeld

besichtige Kirchen,

Innenraum Kirche

Altar Kirche

und Städte wie Greifswald,

Hafen in Greifswald

Stadt Greifswald

Rostock,

Rostock Rathaus

Galerie in Rostock

und Wismar,

Stadt Wismar

Wismar, Hafen

beachte die Wegweiser,

Golfplatz, Hinweisschild
Muschel Wegweiser

oder auch nicht,

Wegweiser
Holzweg

finde tolle Rastplätze,

Unterstand

schöne Bank am Teich

und wundere mich gelegentlich.

Kinoprogramm

Nach zwei Wochen auf der Via Baltica habe ich keine anderen Fuß- oder Radpilger getroffen.

Stattdessen habe ich täglich Rehe, gelegentlich Feldhasen und Füchse, Störche und Frösche, Kraniche und Kuckucke gehört oder gesichtet.

Der Weg ist nicht so lückenlos markiert wie in Spanien, aber das habe ich auch nicht erwartet. In Kombination mit meinem Wanderführer bin ich prima zurecht gekommen.

Die Übernachtungen in Pfarrheimen kosten 10,00 €, nur in Rostock habe ich 6,00 € bezahlt.
Ich habe meine Isomatte drei Mal benötigt und war sehr froh über meinen warmen Schlafsack.

Auf dem Weg , und auch jetzt, bin ich immer noch total gerührt, überrascht, berührt, und noch viel mehr, über die Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit, die mir auf meiner Reise entgegengebracht wurde.

Natürlich habe ich darüber nachgedacht, dass nicht alle Menschen Gutmenschen sind, dass die Wege teilweise wirklich sehr einsam sind, das „Etwas“ passieren könnte, aber ich möchte ganz einfach nicht immer vom Schlimmsten ausgehen und ständig misstrauisch durchs Leben gehen.

Dabei bin ich, denke ich, schon wachsam und nicht zu naiv, aber halt in gesunden Maßen.

Hey, das Leben ist schön!

Hätte ich stets auf meinen Verstand gehört und nicht mit Fremden geredet, wäre ich nicht offen gewesen, hätten sich soviel tolle Begegnungen, Gespräche, Übernachtungen, nicht ergeben. Wie schade wäre das gewesen, nicht auf mein Bauchgefühl zu hören, was mich bislang selten getrügt hat. Ich hätte zum Beispiel keine Übernachtungsmöglichkeit in Pulow gehabt, die Probe der Bläser in Kirch-Baggendorf verpasst, meine erste kurze Fahrt als Anhalter nicht erlebt und mich um einen geselligen Abend mit eine Runde Romme´ in Gerdeswalde gebracht.

Ich bin wirklich sehr froh, dass ich diese 14 Tage auf der Via Baltica unterwegs war und kann Dir diesen schönen Jakobsweg nur empfehlen.

Ich werde sicherlich das fehlende Stück von Wismar bis Bremen ein anderes Mal in Angriff nehmen.

Warst Du schon mal auf der Via Baltica unterwegs? Wie waren Deine Erfahrungen? Hast Du Tipps für mich für das Stück von Wismar nach Bremen? Hast Du noch konkrete Fragen zu Unterkünften, Verpflegung, etc.?

Ich freue mich über Deine Antwort in den Kommentaren oder über Deinen Besuch auf meiner Facebookseite!

 

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18 Kommentare auf “Jakobsweg Via Baltica: Von Swinemünde nach Wismar

    1. Hallo Karin,

      freut mich, dass Dir Misses Backpack gefällt 🙂
      Hier die Kontaktdaten zur Pilgerherberge in Sanitz: Evangelische Kirchengemeinde Sanitz, Fritz-Reuter-Straße 16-17, Pastor Voss 038209/424.

      Buen Camino

      Annik

  1. Auch ich mache mich in wenigen Tagen auf, um die Via Baltica ab Swinemünde zu gehen. Aber braucht man wirklich einen 40 + 10 ltr. Rucksack? Meiner fasst man gerade gut 30 ltr.und ich schaffe es nie, ihn komplett zu befüllen. Allerdings führe ich nur einen Schlafsack, aber keine Isomatte mit mir. M.E. wird den „Neueinsteigern“ immer ein viel zu großer Rucksack empfohlen. Man möchte doch mit leichtem Gepäck unterwegs sein! Mehr als 6 bis 6,5 kg (einschl. Tagesverpflegung) erlaube ich mir nie. Die Via Baltica wird übrigens meine 14. Pilgertour. Ich schreibe dies nur, damit Neueinsteiger beim Kauf des Rucksackes sehr bewußt über die Größe nachdenken. Großer Rucksack = viel Gewicht schon im Leerzustand!

    1. Hallo Renate,

      ich weiß nicht, ob Du einen 40 l Rucksack brauchst- ich schon.

      Ich habe eine Isomatte dabei, die mir im letzten Jahr eine unfassbar schöne Nacht in einem Domzelt beschert hat.
      Ohne sie und meinem warmen Schlafsack hätte ich das nicht erlebt.

      Außerdem liebe es überhaupt nicht, Gegenstände am Äußeren meines Rucksacks zu befestigen,was ich tun müsste, wenn mein Rucksack kleiner wäre.

      Desweiteren schätze ich das Tragesystem meines Rucksacks und die damit verbundene Lastenübertragung auf meine Hüften.
      Das wird, meiner Meinung nach, gerne unterschätzt.

      Ich halte die Faustformel, max.10 % des Körpergewichtes zu tragen für sinnvoll, aber auch das sollte jeder für sich selber herausfinden.

      Das sind meine Erfahrungen von meinen 7 erlebten Fernwanderungen.

      Übrigens, mein Wanderführer, Outdoor Via Baltica, empfiehlt 50 l bei der Mitnahme von Isomatte und Schlafsack.

      Dem einen reicht ein Seidenschlafsack, dem anderen nicht. Der eine kommt mit Konfessionsgröße 36 klar, der andere nicht…

      Ich wünsche Dir einen guten Weg! Denke bei Deiner Planung an den G20 Gipfel in Hamburg wegen Straßensperrungen etc.

      Falls Du Tipps zu Herbergen benötigst, kannst Du mich gerne ansprechen.

      Herzliche Grüße von der Via Baltica
      Annik

    1. Hallo Steffi, vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Ich kannte die Gegend „da oben“ so gar nicht und muss gestehen, dass es einfach wunderschön dort ist!

      Herzliche Grüße aus Berlin
      Annik

  2. Ach Mensch, wie toll. Den Beitrag werde ich mir im Frühjahr noch mal ansehen… und mir die schönsten zwei, drei Etappen raussuchen. Ich bin übrigens auch 2008 den Camino gelaufen (naja, die letzten 250 km wenigstens). Vielen Dank für die Inspiration. Und liebe Grüße, Stefanie

    1. Hallo Stefanie,

      ist ja witzig, vielleicht sind wir uns 2008 über den Weg gelaufen. Ich war im April / Mai 2008 auf dem Frances unterwegs.
      Einmal infiziert, bin ich 2015 die Via-de-la-Plata gelaufen und in diesem Jahr hat es mich auf die Via Baltica gezogen und war total hingerissen!
      Falls Du in 2017 Fragen zur Via-Baltica hast, kannst Du mich sehr gerne kontaktieren.

      Herzliche Grüße aus Berlin
      Annik

  3. Hi Annik,
    danke für den schönen Bericht! Ich war noch nie pilgern, nicht mal lange wandern, aber ich möchte es unbedingt mal ausprobieren und kann mir so gut vorstellen, dass auch ich mich von diesem Gefühl anstecken lassen kann 🙂
    Dein Bericht macht auf jeden Fall Lust, es schon bald mal anzugehen!
    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Hey Julia,

      ja, probiere es aus! Es macht was mit Dir! Ganz bestimmt!

      Ich bin seit meiner ersten Fernwanderung angefixt und versuche, mindestens einmal im Jahr für 2 Wochen den Rucksack zu packen und loszulaufen. Das Einssein mit der Natur und das Alleine mit mir selber finde ich einfach herrlich.

      Danke für Deinen Kommentar und nun lass es knacken, ab in die Wanderschuhe 😉

      Liebe Grüße aus Berlin,
      Annik

  4. Liebe Annik, Deune Seite ist großartig! Vielen Dankgür Deine Tipps und kurzweiligen Berichte.
    Ich bin durch Zufall beim Googeln auf Dich aufmerksam geworden. Da ich im Herbst 2016 meine allererste Jacobsetappe starte bin ich auf der Suche nach wertvollen Tipps – bin bei Dir fündig geworden -Danke!
    Einige Infos zu mir: ich bin Jahrgang 1971, in Hamburg geboren und 1996 nach Köln gezogen (mein Mann ist Rheinländer). Ich laufe den ViaBaltica aus diesem Grund von Hamburg bis Bremen und in den nächsten Frühjahrsferien dann von Bremen nach Köln. Zu meinem 50. Geburtstag möchte ich dann nach ganz vielen Einzeletappen in Spanien ankommen…
    Ich wünsche Dir noch viele schöne Pilgererlebnisse und freue mich auf Deine nächsten Berichte und tollen Fotos :-). Herzliche Grüße aus dem sommerlich warmen Köln

    1. Hallo Gerri,

      ich freue mich riesig über Deinen Kommentar und darüber, dass ich Dir mit meinen Beiträgen Lust auf die Via Baltica gemacht habe und Dir einige meiner Tipps helfen konnten. Yes…da freut se sich richtig drüber, die Misses Backpack 🙂
      Bis zu Deinem 50.sten haste Du ja noch einige Jährchen. Da wirst Du Dein Vorhaben bestimmt realisieren können und passend in Santiago ankommen. Vielleicht sogar zu Deinem Geburtstag 😉 Als Geburtstagsgeschenk dann eine Nacht im Paradorhotel, direkt neben der Kathedrale, wäre doch ein passendes Geburtstagsgeschenk…wink mit dem Zaunpfeil an Deinen Mann…
      Meine nächste längere Reise wird mich nach Asien und Australien führen. Vielleicht hast Du Lust, mich auch dort gelegentlich zu begleiten.
      Flüge sind noch nicht gebucht, aber ich sag mal grob Mitte Oktober 2016 bis Ende März 2017.

      Ich winke ganz doll von Berlin nach Kölle
      Annik

  5. Deine Wegbeschreibung ist für mich gemeinsam mit den Bildern eine Einladung diesen Weg zu gehen. Deine Erzählung läßt die Sehnsucht groß werden.
    Leider geht´s heuer aus gesundheitlichen Gründen nicht so wie ich gerne möchte. Aber für´s kommende Jahr habe ich große Pläne. Bitte teil mir mit, ob man diesen Weg auch im Sommer begehen kann. Und welches Wetter man da erwarten muss. Wo bekommt man eine Wegbeschreibung her? Ich habe hier zum esten Mal von diesem Weg erfahren.
    Auch ich bin seit 2010 mit dem Virus Jakobsweg infiziert. Zur Zeit ist die Etappe „Weinviertler Jakobsweg“ in Niederösterreich dran. Bis Krems fehlen mir noch 30km. Aber zuerst ist die Gesundheit dran, die Krebsnachsorgeuntersuchungen nehmen Zeit in Anspruch. Hoffentlich findet keiner was. Dann kann ich wieder durchstarten. Liebe Grüße Irene

    1. Liebe Irene,

      erstmal wünsche ich Dir von ganzem Herzen, dass Du ganz gesund bist und bleibst!
      Natürlich freue ich mich darüber, dass ich Dir Lust auf die Via Baltica gemacht habe 🙂
      Ich bin im Mai 2016 gegangen und hatte, zu den Eisheiligen, unfassbare 9! Grad und Hagel, was nun auch nicht üblich ist. Im Sommer werden sicherlich mehr Pilger unterwegs sein. Ich habe in den zwei Wochen keinen anderen getroffen.
      Wie ist das Wetter im deutschen Sommer…mal so, mal so. Ich denke, Du kannst den Weg gut von Frühjahr bis Herbst, wenn nicht sogar im Winter gehen. Die Via Baltica ist relativ gut ausgeschildert, aber ohne einen Wanderführer wäre es schwierig für mich gewesen, Etappen zu planen, Unterkünfte, etc. zu finden.
      Vom Weinviertler Jakobsweg habe ich noch nie was gehört. Werde ich gleich mal google fragen.
      Falls Du noch Fragen zu Herbergen o.ä. hast, kannst Du mich gerne kontaktieren.
      Nun drück ich Dir ganz fest den Daumen, dass Deine Nachsorgeuntersuchungen nur negative Befunde für Dich bereit halten!

      Beste Grüße,
      Annik

  6. Da bekomme ich doch gleich Lust, meine Wunderschöne wieder anzuziehen. Sehr schöne, und so viele Fotos.
    Danke für den ausführlichen Bericht. Ist echt der Wahnsinn.

    1. Hallo Daniela,

      freut mich, dass ich Dir Lust auf’s Wandern gemacht habe und dass Dir der Bericht und die Fotos gefallen habe.
      Na dann, rein in Deine wunderschönen Wanderschuhe.

      Herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar und beste Grüße aus Berlin,
      Annik